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Die Geschichte der IBB

Ein Rückblick auf die prägenden Stationen unserer Reise

Entdecken Sie die spannende Entwicklung der Investitionsbank Berlin (IBB), die eng mit Berlins bewegter Vergangenheit verflochten ist. Ursprünglich als Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin mbH (WFG) und später als Wohnungsbau-Kreditanstalt Berlin (WBK) tätig, konzentrierte sich die IBB in ihren ersten sieben Jahrzehnten hauptsächlich auf den Wohnungssektor. Nach der Wiedervereinigung begann die Bank, sich zusätzlich um die Förderung der Wirtschaft zu kümmern. In ihrer Rolle als zentrale Förderbank hat sich die IBB stetig an die sich verändernden Bedürfnisse der Stadt angepasst. Erkunden Sie mit uns die bedeutenden Meilensteine der IBB-Geschichte, die uns und Berlin geprägt haben.

Bildausschnitte von Gebäuden und Straßen in Berlin zwischen 1924 und 1933 sowie Foto von Emil Wutzky, erster Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsfürsorgegesellschaft.

1924 bis 1933

Gründung und Bauboom bis zur Weltwirtschaftskrise

Das Jahr 1924 markiert den Einstieg der Hauptstadt in die Förderung des Wohnungsbaus. Durch das starke Bevölkerungswachstum im Zuge der Industrialisierung war die Wohnungsnot in Berlin und anderen deutschen Großstädten groß. Nach der Hyperinflation von 1923 legte die Einführung der Hauszinssteuer zum 1. April 1924 die finanzielle Grundlage für die Förderung des Wohnungsbaus. Über die Hauszinssteuer sollten Immobilieneigentümer:innen, deren Hypothekenschulden durch die Inflation entwertet worden waren, für die Finanzierung der Wohnungsbauförderung herangezogen werden. Zur Verteilung der Hauszinssteuer wird in Berlin die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin mbH (WFG) sowie für die Ausübung der Bautätigkeit mehrere kommunale Wohnungsgesellschaften wie die DEGEWO, GEWOBAG, GSW, „Stadt und Land“ und die GEHAG gegründet.

Die Hauszinssteuer

Dank der Hauszinssteuer erlebte Berlin einen Bauboom. Bis zum Jahr 1930 finanzierte die WFG den Bau von rund 130.000 Wohnungen. Großsiedlungen wie die Hufeisensiedlung, die Weiße Stadt, die Siemensstadt oder die Wohnstadt Carl Legien – heute allesamt UNESCO-Welterbesiedlungen – werden auf den Weg gebracht. Dadurch wurde die Wohnungsnot verringert, aber keineswegs gelöst. Schon gegen Ende der 20er Jahre – aber verstärkt nach der Weltwirtschaftskrise des Jahres 1929 – wurde die Hauszinssteuer mehr und mehr für den allgemeinen Finanzierungsbedarf herangezogen und die Finanzierungsbasis für die Wohnungsbauförderung verschmälerte sich.

Abbildung von Kriegsschäden an Gebäuden und Straßen in Berlin zwischen 1933 und 1945 sowie Foto des Brandenburger Tors.

1933 bis 1945

30er Jahre und Kriegszerstörungen

Nachdem in der Weimarer Republik zwischen 1925 und 1933 noch gut 170.000 Wohnungen in Berlin fertiggestellt worden waren und nach 1933 noch einmal rund 100.000 dazu kamen, brachte der 2. Weltkrieg eine beispiellose Vernichtung von Wohnraum in Berlin: Von den insgesamt 1,6 Mio. Wohnungen waren 600.000 völlig zerstört und weitere 600.000 mehr oder weniger beschädigt, während lediglich 370.000 Wohnungen unbeschädigt blieben.

Dazu kamen 1.350 km zerstörte Straßen und 149 zerstörte Schulgebäude. Die Zahl der Krankenhausbetten hatte sich um fast 25.000 reduziert und von ehemals 400 Kinos in Berlin waren nur noch 20 intakt. Der Wiederaufbau war eine gewaltige Aufgabe für Berlin. Die öffentliche Wohnungsbauförderung lief über die Wohnungsbau-Kreditanstalt Berlin (WBK), die diese Aufgabe von der 1937 aufgelösten Wohnungsfürsorgegesellschaft übernommen hatte.

Fotos vom Wiederaufbau, Gebäuden sowie Luftbild von Berlin zwischen 1945 bis 1960.

1945 bis 1960

Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Mit einer wachsenden Zahl von Kriegsheimkehrern und Vertriebenen verschärfte sich die Berliner Wohnungsnot gegen Ende der 40er Jahre. Beim Wiederaufbau nahm man sich zunächst die Wohnungen vor, die schnell wieder instand gesetzt werden konnten und erst nach und nach die schwer beschädigten Gebäude. Wie schon nach dem 1. Weltkrieg war der gravierende Mangel an Baustoffen ein großes Problem, der sich mit der Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 noch vergrößerte. Die Berliner Bevölkerung, die sogenannten „Trümmerfrauen“, schuftete für die Rückgewinnung von Baustoffen.

Allmählich gewann auch der Wohnungsneubau wieder an Bedeutung und im Jahr 1955 übertraf die Anzahl neugebauter Wohnungen die der wiederhergestellten erstmals deutlich. Insgesamt wurden im Verlauf der 50er Jahre rund 160.000 Wohnungen in Berlin fertiggestellt, was bei einer nahezu konstanten Bevölkerungszahl zu einer deutlichen Verbesserung der Wohnungsversorgung führte, ohne den Wohnungsmangel gänzlich zu beseitigen.

1960 bis 1970

Der Mauerbau und seine Folgen

Der Mauerbau am 13. August 1961 trennte nicht nur Menschen, sondern hatte auch wirtschaftliche Auswirkungen auf Berlin. Insbesondere die Trennung der Arbeitskräfte von ihren Arbeitsplätzen in West-Berlin stellte ein Problem dar, da der Ersatz der Mitarbeitenden in Zeiten der Vollbeschäftigung schwierig war. Um Abhilfe zu schaffen, mussten über die Berlinförderung Arbeitskräfte aus Westdeutschland und den europäischen Nachbarländern mit Anreizen wie Vergünstigungen und bezahlbaren Wohnraum angeworben werden.

Zudem mangelte es in West-Berlin an privatem Kapital, da das Vertrauen in die Stabilität der Stadt schwankte – insbesondere nach dem Mauerbau. Abhilfe schaffte auch hier die Berlinförderung: Steuervergünstigungen erhielten die Kapitalanleger, die Mittel für die Berliner Industrie (§16 BerlinFG) oder den Berliner Wohnungsbau (§17 BerlinFG) zur Verfügung stellten. Die rechtlich verselbstständigte Wohnungsbau-Kreditanstalt (WBK) wurde im Jahr 1964 Kapitalsammelstelle für Berlin-Darlehen nach § 17 und akquirierte bis zum Jahr 1991 rund 235.000 Berlindarlehen über 20,7 Mrd. DM, die zinsgünstig an Berliner Bauherren weitergegeben werden konnten.

Der Bau von Großsiedlungen in den 60er Jahren

Eine weitere schnelle Verbesserung der Wohnungsversorgung versprach man sich vom Bau von Großsiedlungen am Stadtrand, die die grundsätzlichen städtischen Funktionen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Erholen in sich vereinen sollten. So entstanden durch die großen kommunalen Wohnungsgesellschaften die Siedlungen Gropiusstadt (18.000 Wohnungen), Märkisches Viertel (18.000 Wohnungen) und Falkenhagener Feld (11.500 Wohnungen).

Diese Siedlungen trugen entscheidend dazu bei, dass die 60er Jahre mit rund 200.000 fertiggestellten Wohnungen zum bisher produktivsten Jahrzehnt in der Geschichte des Berliner Wohnungsbaus wurden. Die Beseitigung der langanhaltenden Berliner Wohnungsnot war Ende der 60er Jahre erreicht.

1970 bis 2000

Mauerfall und Wiedervereinigung

Beim Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands war Berlin im Zentrum des Geschehens: Berlin wurde Hauptstadt und Regierungssitz. Die Stadt stand nun vor der Herausforderung, die Lebens- und Wirtschaftsbereiche zusammenzuführen. Mit der Investitionsbank Berlin (IBB) erhielt die Hauptstadt 1993 ein zentrales Förderinstitut, das aus der Wohnungsbau-Kreditanstalt (WBK) hervorging. Die IBB war als organisatorisch und rechtlich selbständige Abteilung der Landesbank Berlin fortan neben dem Wohnungsbau auch für die Wirtschaftsförderung zuständig.

Bevölkerungsrückgang und Arbeitslosigkeit

Bei einem erwarteten starken Bevölkerungswachstum sollten bis zur Mitte des Jahrzehnts 80.000 Wohnungen entstehen – das bedeutete für die neue IBB große Wohnungsbauprogramme. Berlin bewältigte diese Herausforderung auch, doch kam es anders als erwartet: Statt zu wachsen begann die Stadt zu schrumpfen und hatte zwischen 1993 und 2000 mehr als 90.000 Einwohner:innen verloren. Aus diesem Grund wurde die Wohnungsbauförderung gegen Ende der neunziger Jahre vorläufig auf Eis gelegt.

Auch wirtschaftlich erlebte die Stadt einen Rückschlag: Im Osten wie im Westen gingen Arbeitsplätze verloren und die Arbeitslosigkeit wuchs. Die Betriebe in Ost-Berlin erwiesen sich häufig als nicht wettbewerbsfähig und in West-Berlin hatten viele Unternehmen nach der Einstellung der Berlinförderung der Stadt den Rücken gekehrt. So waren die Aussichten Berlins zu Beginn des neuen Jahrtausends alles andere als rosig.

Abbildung des IBB Gebäudes und Blick in das Gebäude mit Menschen sowie Aufnahme von Wohngebäuden in Berlin zwischen 2000 und 2024.

2000 bis 2024

Das neue Jahrtausend: Berlin holt auf

Der Ausbau der Investitionsbank Berlin (IBB) als Institut auch für die Wirtschaftsförderung war in den 90er Jahren gut vorangekommen. Im Jahr 1997 hatte die IBB eine eigene Beteiligungsgesellschaft für Venture Capital gegründet, die beim späteren Ausbau Berlins zur Gründungsmetropole eine wichtige Rolle spielen sollte. Zu Beginn des Jahres 2004 trifft Berlin die Entscheidung, die IBB aus der Landesbank herauszulösen und zu verselbstständigen. Die IBB überarbeitete daraufhin ihr Förderangebot und führte darlehensbasierte Produkte ein.

Berlin wird Gründungsmetropole

In der Folgezeit erlebte Berlin eine Trendwende: Die Wirtschaft wuchs, die Arbeitslosenzahlen sanken und die Bevölkerungszahl stieg an. Dieser Aufschwung wurde durch den Zuzug kreativer Köpfe aus ganz Europa befeuert, die von einem attraktiven Wohnungsmarkt und günstigen Lebenshaltungskosten angezogen wurden. Berlin entwickelte sich so zu einer der führenden Start-up-Metropolen Europas.

Heute verzeichnet Berlin jährlich rund 30.000 Neugründungen. Die IBB baute ihre Unterstützung in diesem Bereich kontinuierlich aus und arbeitet bis heute eng mit verschiedenen Partner:innen zusammen, um umfassende Angebote für Gründende in Berlin bereitzustellen. Jährlich fließen etwa 40 % der Finanzierungszusagen der IBB in Gründungsvorhaben, was durchschnittlich rund 70 Mio. Euro pro Jahr entspricht.

IBB startet Arbeitsmarktförderung

Die IBB erhält im Juni 2022 ein drittes Geschäftsfeld: Neben der Wirtschafts- und der Immobilienförderung geht Berlins Landesförderbank mit der Arbeitsmarktförderung an den Start. Förderschwerpunkte sind dabei Fachkräftesicherung, soziale Inklusion sowie Bildung. Die Arbeitsmarktförderung beinhaltet eine Vielzahl von zuschussbasierten Förderinstrumenten des Landes Berlin, die mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+/ESF Plus) kofinanziert werden. Die Förderungen investieren in Menschen, stärken die gesellschaftliche Teilhabe und bekämpfen Armut und Ausgrenzung. Von 2021 bis 2027 fungiert die IBB als sogenannte zwischengeschaltete Stelle, die die Menschen über verschiedene Projektträger:innen fördert.

Blick in die Zukunft

In den letzten 20 Jahren hat Berlin erheblich aufgeholt. Doch auf dem Weg, eine leistungsfähige und klimafreundliche Metropole zu werden, gibt es noch einige Hürden zu nehmen. Dazu zählen nicht nur die Bereitstellung von mehr bezahlbarem Wohnraum und die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, sondern auch der Ausbau der Stadt zu einem lebenswerten und klimaneutralen Ort. Die Lebensqualität wird zukünftig maßgeblich darüber entscheiden, wie erfolgreich sich eine Region im internationalen Wettbewerb behaupten kann. Als Förder- und Strukturbank stehen wir Berlin auch bei diesen Herausforderungen zur Seite.