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Berliner Wirtschaft in Hochkonjunktur

 Berlin

  • Wachstum setzt sich 2018 auf hohem Niveau fort
  • Dienstleistungen und Wohnungsbau mit großer Dynamik
  • Industriekonjunktur legt wieder zu
  • Beschäftigung steigt mit 4,3% fast doppelt so schnell wie im Bundesdurchschnitt

Die Berliner Wirtschaft weist seit drei Jahren jeweils ein Wachstum von über 3% auf. Sie befindet sich damit weit oberhalb des langjährigen durchschnittlichen Wachstums in einer Hochkonjunkturphase. Aufgrund von Revisionen der amtlichen Statistik wurde zudem das Wachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), der vorangegangenen vier Jahren nach oben angepasst.

In 2017 lag das Berliner BIP mit 3,1% sogar knapp einen Prozentpunkt oberhalb des Bundesdurchschnitts. „In 2018 stehen fast alle wirtschaftlichen Ampeln in Berlin auf grün“, sagt Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB). „Auch die Berliner Industrie wird im laufenden Jahr wieder zum Wirtschaftswachstum beitragen. Die sich seit einigen Monaten füllenden Auftragsbücher und viele Neueinstellungen sprechen dafür. Daneben werden auch die aktuellen Wachstumstreiber, der Konsum, die steigenden öffentlichen und privaten Investitionen, die Dienstleistungsbereiche und insbesondere die Digitalwirtschaft weiterhin zum Berliner Wachstum beitragen.“ Für 2018 kann mit einem BIP-Wachstum von knapp 3% gerechnet werden (Deutschland: 2,4%).

Allerdings weisen die IBB-Volkswirte in ihrer aktuellen Konjunkturprognose darauf hin, dass der Höhepunkt des lang anhaltenden Wachstumszyklus in Berlin bald erreicht sein dürfte. Bereits 2019 muss mit einer leichten Abschwächung gerechnet werden. Das lang anhaltende Wachstum weit oberhalb des Potentialwachstums führt zu einer Überauslastung der Berliner Wirtschaft und nach und nach werden bremsende Effekte zum Zuge kommen. So ist in den nächsten zwei Jahren damit zu rechnen, dass Kapazitätsengpässe in den Unternehmen sowie Fachkräfteknappheit die Konjunktur verlangsamen. Dennoch wird Berlin auch im kommenden Jahr über dem Bundesschnitt wachsen, der mit 1,8% aber ebenfalls ein wenig schwächer ausfallen wird.

Beschäftigung steigt deutlich

Der Arbeitsmarkt in Berlin profitiert von dem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um insgesamt 170.000 erhöht. Auch zum Jahresanfang 2018 ist deren Zahl im Vorjahresvergleich noch einmal deutlich um knapp 60.000 auf 1,45 Mio. gestiegen. Mit einer Wachstumsrate von 4,3% liegt Berlin im Januar 2018 an der Spitze aller Bundesländer, knapp 2 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Schnitt. Der Personalbedarf in den Berliner Unternehmen ist nach wie vor sehr hoch. Fachkräfte werden in vielen Branchen gesucht, vor allem aber in dem überdurchschnittlich gut entlohnten Bereich Information und Kommunikation. Für 2018 kann mit einem Zuwachs von rund 55.000 auf dann gut 1,5 Mio. Arbeitsplätze gerechnet werden.

Industriekonjunktur dreht langsam

Positiv entwickelt haben sich zum Jahresanfang 2018 auch die Auftragseingänge der Berliner Industrie. So stiegen mit 5,3% vor allem die Inlandsbestellungen, aber auch die Auslandsbestellungen haben zugelegt (+2,7%). Nachdem die Berliner Industrie das BIP 2017 mit einem Rückgang um 400 Mio. EUR belastet hatte, dürfte sie 2018 wieder positiv zum Wirtschaftswachstum beitragen. Zumal der Aufschwung der Weltwirtschaft sich zuletzt merklich verstärkt hat. Insbesondere die USA – mit rund 10% Exportanteil größter Berliner Handelspartner – konnten die hohe Gangart halten. Bemerkenswert stabil blieb auch das im internationalen Vergleich hohe Wachstum in China. So hat sich insgesamt ein weltweiter, synchroner Aufschwung etabliert, der sowohl die entwickelten Länder als auch die Schwellenländer umfasst. Ein Risiko für den Welthandel stellt allerdings der von den USA ausgehende Handelskonflikt mit China dar.

Wohnungsbau und Dienstleistungen mit hoher Dynamik

In der Berliner Bauwirtschaft dürften Produktionsausweitungen durch den Fachkräftemangel begrenzt werden. Daher könnten sich die derzeit starken Impulse der Bauaktivität für die gesamtwirtschaftliche Expansion in der Hauptstadt in den kommenden Monaten etwas abschwächen. Dennoch kann für die nächsten zwei Jahre mit insgesamt rund 35.000 neu gebauten Wohnungen gerechnet werden. Die stärksten Wachstumsimpulse für die Berliner Wirtschaft kommen im laufenden Jahr aber weiterhin aus den Dienstleistungsbereichen, wo 2017 ein BIP-Wachstum von knapp 4% gemeldet wurde. Treiber ist vor allem die überdurchschnittlich gut entlohnte Digitalwirtschaft, wo das BIP-Wachstum fast 10% betrug.

Den vollständigen Bericht sowie weitere volkswirtschaftliche Analysen und Berichte finden Sie hier .

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IBB-Volkswirtschaft

Claus Pretzell

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