Berlin aktuell – Wirtschaftliche Impulse aus der Berliner Gesundheitswirtschaft
Berlin
Die Berliner Gesundheitswirtschaft sichert über 267.000 Arbeitsplätze und erweist sich als strukturell stabiler Beschäftigungsanker für die gesamte Region
- Herausragende Wertschöpfung: Mit einer Bruttowertschöpfung von 21,1 Mrd. Euro im Jahr 2024 bildet der Sektor neben der Digitalwirtschaft den zweiten großen Wachstumspol der Stadt
- Magnet für Risikokapital: Berliner Health-Startups ziehen mit einem kumulierten Finanzierungsvolumen von 1,4 Mrd. Euro seit 2015 knapp 70 % des gesamten VC-Kapitals der drei größten deutschen Städte an
- Wissenschaft als Wirtschaftskraft: Die hohe Transferdynamik zeigt sich in 84 Life-Science-Ausgründungen seit 2015, davon 23 im Bereich Biotechnologie
Die Berliner Gesundheitswirtschaft leistet einen zentralen Beitrag zur wirtschaftlichen und technologischen Stärke der Hauptstadt. Eine aktuelle Analyse der Volkswirte der Investitionsbank Berlin (IBB) zeigt, dass diese dynamische Querschnittsbranche weit über Kliniken und Labore hinausstrahlt. Mit 267.000 Arbeitsplätzen, einer Bruttowertschöpfung von 21,1 Mrd. Euro und einem überdurchschnittlichen Wertschöpfungsanteil von 11,3 % bildet der Sektor einen hocheffizienten Motor für nachhaltiges Wachstum und industriellen Fortschritt.
Dr. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin GmbH: „Berlin zeigt, wie erfolgreiche Clusterpolitik wirkt: Der Erfolg der Gesundheitswirtschaft wird von der engen Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Investoren und Politik getragen. Mit unserem neuen Veranstaltungsformat bio:cap schaffen wir eine Plattform, die die wichtigsten Akteure der Branche zusammenbringt und neue Impulse für Innovation, Investitionen und internationale Vernetzung setzt. Die Veranstaltung ist ein gemeinsames Projekt von Charité, Berlin Institute of Health, Hasso-Plattner-Institut und der Messe Berlin. Unser Erfolgsrezept ist das gemeinsame Commitment, den Gesundheitsstandort aktiv voranzutreiben.“
Dr. Hinrich Holm, Vorsitzender des Vorstands der IBB: „Der neu gewidmete Zukunftsort Health Innovation Quarter in Mitte ist das jüngste Highlight der Berliner Gesundheitswirtschaft. Nach dem wachstumsstärksten Bereich I&K bildet die Gesundheitswirtschaft den zweiten, strukturell stabilen Wachstumspol der Hauptstadt. Innovationshubs wie das Health Innovation Quarter bündeln Zukunftstechnologien, schaffen hochwertige Arbeitsplätze und machen Berlin zu einem internationalen Magneten für Talente und Investitionen. Ein sichtbares Zeichen dafür ist auch die bio:cap, das neue internationale Life-Science- und AI-Investival, das in Berlin Premiere feiert und gezielt Forschung, Start-ups, Investoren und Politik zusammenbringt, um die Zukunft der Biotechnologie und digitalen Medizin aktiv zu gestalten.“
Der Gesundheitsstandort Berlin bietet ein ideales Umfeld für die Vernetzung von Life Sciences, Biotechnologie und Digital Health. Zwischen weltweit renommierten Kliniken, forschungsintensivem Gewerbe und agilen Start-ups bestehen eng verzahnte Wertschöpfungsketten. Im Jahr 2023 erzielten Berliner Gesundheitsunternehmen einen Gesamtumsatz von 29,31 Mrd. Euro - das entspricht 8,6 % der gesamten Umsätze der Berliner Wirtschaft. Trotz einer wirtschaftlich herausfordernden Lage erweist sich die Branche als krisenresistent.
Starkes Ausgründungsgeschehen braucht politische und wirtschaftliche Flankierung
Die Analyse der IBB-Volkswirte zeigt, dass das Berliner Ökosystem für Health-Startups mit 283 seit 2015 gegründeten Unternehmen genauso viele Gründungen aufweist wie die Vergleichsstädte München (199) und Hamburg (89) zusammen. Dieser Vorsprung ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Für 2025 zeichnet sich mit nur drei Neugründungen eine Abschwächung der Gründungsdynamik ab, die in den Vergleichsstädten bisher nicht eingetreten ist. Stabiler zeigt sich dagegen das Ausgründungsgeschehen aus den Berliner Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Seit 2015 entstanden 84 forschungsintensive Life-Science-Spin-offs, die die wissenschaftliche Basis des Berliner Ökosystems nachhaltig stärken.
Dieser positive „Zukunfts-Impuls“ ist langfristig aber nur mit klarer politischer Unterstützung erreichbar. Mit der bio:cap und der für 2028 geplanten Eröffnung des Center for Gene and Cell Therapies setzt die Hauptstadt gleich zwei starke Signale: nach außen als Einladung an globale Investor:innen, Forscher:innen und Gründende – und nach innen als klares Bekenntnis, dass die wissenschaftliche Exzellenz der Berliner Forschungslandschaft künftig noch konsequenter in marktfähige Therapien und zukunftssichere Arbeitsplätze übersetzt werden soll. Beide Initiativen stehen damit exemplarisch für das Selbstverständnis der Berliner Gesundheitswirtschaft: nicht Kostenfaktor, sondern Wachstumsmotor – heute und in Zukunft.
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