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Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit nunmehr vier Jahren in einer ausgeprägten Stagnationsphase. Das reale Bruttoinlandsprodukt legte 2025 lediglich um 0,2% zu. Berlin hingegen übertrifft den bundesweiten Wachstumspfad bereits zum dreizehnten Mal in Folge: Die Hauptstadt erzielte 2025 ein BIP-Wachstum von 1,1%, im ersten Halbjahr sogar von 1,3%. Für das laufende Jahr 2026 haben die IBB-Volkswirte ihre Wachstumsprognose allerdings von 1,8% auf 1,5% gesenkt. Ausschlaggebend dafür sind neue Preisrisiken im Energiesektor infolge der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie der Blockade der Straße von Hormus. Die Kraftstoffpreise stiegen seit Ende Februar 2026 um 25,1%.
Dienstleistungen tragen Berlins Wachstum
Die unternehmensnahen Dienstleistungsbereiche Berlins schlossen das Jahr 2025 mit einem Umsatzwachstum von 4,9% gegenüber dem Vorjahr ab, was einem Vorsprung von knapp drei Prozentpunkten gegenüber dem Bundeswert von +2,2% entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Information und Kommunikation mit einem Umsatzplus von 9,3%, getragen vor allem durch die Telekommunikation (+32%) und Informationsdienstleistungen (+8,4%). Auch Grundstücks- und Wohnungswesen (+8,1%), freiberufliche und wissenschaftliche Dienstleistungen (+2,7%) sowie Verkehr und Lagerei (+2,3%) verzeichneten positive Ergebnisse. Zum Jahresauftakt 2026 setzt sich dieser Trend fort: Im Januar 2026 legte der Berliner Dienstleistungssektor gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,5% zu.
Arbeitsmarktstatistik verzerrt
Der Berliner Arbeitsmarkt hat sich 2025 spürbar abgekühlt. Im Februar 2026 sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bereits zum elften Mal in Folge: um 4.646 Personen bzw. 0,3% gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1,677 Mio. Beschäftigte. Dieser Rückgang entspricht der bundesweiten Veränderungsrate, dürfte jedoch zum Teil einem statistischen Effekt geschuldet sein: Im Jahr 2025 wurden in Berlin rund 4.000 Lehrkräfte verbeamtet, was die Beschäftigungsstatistik verzerrt. Bereinigt um diesen Effekt läge die Veränderungsrate oberhalb des Bundesdurchschnitts. Die Arbeitslosenquote stieg im April 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 10,6% – der Abstand zur bundesweiten Quote von 6,4% beträgt damit 4,2 Prozentpunkte. Die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen gingen um 12,1% auf 19.414 zurück, was auf eine nachlassende Arbeitskräftenachfrage hindeutet.
Baugewerbe mit deutlichem Aufwärtstrend
Nach langer Talfahrt zeichnet sich im Berliner Baugewerbe eine klare Erholung ab. Im Jahr 2025 stiegen die Baugenehmigungen für Wohnungen um 40,7% auf 13.754 Einheiten. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe legten auf 4,3 Mrd. EUR zu – ein Plus von 53,7% gegenüber dem Vorjahr. Besonders der Wohnungsbau stach hervor: Mit einem Auftragsvolumen von 1,5 Mrd. EUR verzeichnete er einen Anstieg von 85,3%. Zum Jahresauftakt 2026 setzte sich der Genehmigungstrend mit einem leichten Plus von 3,5% fort, während die Umsätze im Bauhauptgewerbe in Januar und Februar saisonal überdurchschnittlich nachgaben (-29,3%). Im ersten Quartal 2026 wirken anziehende Baupreise mit +4,9% gegenüber dem Vorjahresquartal bremsend. Mittelfristig bleibt das Baugewerbe dennoch ein wesentlicher Wachstumstreiber für die Berliner Wirtschaft.
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