26.05.2017 , Berlin

Jobmaschine Berlin – immer mehr gut bezahlte Stellen

Starker Rückgang von Arbeitslosigkeit und Wohngeldempfängern

Ende 2016 waren in Berlin rund 1,37 Mio. Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, mehr als jemals zuvor und knapp 55.000 mehr als vor einem Jahr. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor. Gegenüber 2005 erhöhte sich die Zahl um 35% oder um 353.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Mit der Steigerung von 4,3% allein im Jahr 2016 liegt Berlin erneut weit über dem bundesdeutschen Schnitt (+2,3%). „Von den im Jahr 2016 knapp 55.000 neu geschaffenen Jobs ist fast die Hälfte in Branchen entstanden, in denen überdurchschnittlich gut bezahlt wird“, freut sich Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin (IBB). „Besonders erfreulich ist, dass der wirtschaftliche Erfolg bei immer mehr Berlinerinnen und Berlinern ankommt und die Arbeitslosigkeit sowie die Anzahl der Wohngeldempfänger sinken.“

Insgesamt, so haben die Volkswirte der IBB berechnet, sind im vergangenen Jahr in Berlin 26.200 besser bezahlte Vollzeitstellen in der Spannbreite von 3.700 bis 4.600 Euro Bruttoverdienst pro Monat entstanden (Durchschnitt: 4.133 Euro). Gut bezahlte Jobs sind im letzten Jahr vor allem in Unternehmen aus den Bereichen der Digitalwirtschaft wie z.B. der Information und Kommunikation (+6.734 auf insgesamt 82.500 Stellen), im Bereich Immobilien sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (+9.098 auf 160.000) und in Erziehung und Unterricht (+ 4.169 auf 94.500) entstanden. Zahlreiche dieser gut bezahlten Jobs entstehen in neu gegründeten Unternehmen oder in Unternehmen, die ihre Betriebsstätte nach Berlin verlagert haben. Inzwischen haben ein Drittel aller Dax-Unternehmen Betriebsteile nach Berlin verlagert, vor allem die Bereiche, die auf internationale, digitalaffine Arbeitskräfte angewiesen sind.

Haupttreiber des Wachstums sind die in Berlin etablierten Zukunftsbranchen Energie, Gesundheit, Verkehr und IKT-Kreativwirtschaft. Bis zum Jahr 2030 können diese Branchen aufgrund der Digitalisierung ein Wachstum der Bruttowertschöpfung von durchschnittlich bis zu 5,2% pro Jahr erreichen. Die Digitalisierung führt in diesen Branchen zu einer deutlich höheren Produktivität. Bei konsequenter Umsetzung der digitalen Transformation, so hatten die IBB-Volkswirte 2015 berechnet, wird Berlin in die Spitzengruppe von Standorten mit einer globalen digitalen Wirtschaft vorstoßen. Dadurch könnten in den Jahren bis 2030 netto rund 270.000 neue Jobs im Bereich der Berliner Zukunftsbranchen geschaffen werden. Betrachtet man das Tempo des Arbeitsplatzsaufbaus in den letzten zwei Jahren in diesen Bereichen, dann dürfte das Ziel bereits deutlich früher erreicht werden. Nach aktuellen Berechnungen bereits 2025.

Immer weniger Wohngeldempfänger in Berlin

Die gute Berliner Arbeitsmarktentwicklung führt zu einem stetigen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Verhältnis führen vier neue Jobs in Berlin auch zu einem Arbeitsplatz für einen Berliner Erwerbslosen. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Berlin um 20% verringert und die Arbeitslosenquote hat mit 9,2% den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Die sehr gute Entwicklung auf dem Berliner Arbeitsmarkt ruht somit auf einem breiten Fundament. Das belegen auch die Zahlen für Haushalte, die Wohngeld empfangen. So hat sich mit Beginn der Beschäftigungsrally in 2005 die Zahl der Empfängerhaushalte für Wohngeld von knapp 42.000 um 60% auf zuletzt 17.000 reduziert. Allein im Jahr 2015 verringerte sich die Zahl der Berliner Wohngeldempfänger um 21%. Das entspricht einem Anteil von nur noch 0,9% an allen Haushalten in Berlin und liegt unter dem Deutschlandschnitt von 1,1%. Immer mehr Berliner können sich die Mieten auch ohne Wohngeld leisten.

Den vollständigen Bericht sowie weitere volkswirtschaftliche Analysen und Berichte finden Sie auf unserer website unter der Adresse www.ibb.de/volkswirtschaft