26.02.2015 , Berlin

IBB stellt gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt den IBB Wohnungsmarktbericht 2014 vor

Berlin befindet sich in einer Wachstumsphase. Das macht sich an steigenden Einwohnerzahlen und positiven Wirtschaftsdaten bemerkbar. Im vergangenen Jahr blieb die Berliner Wirtschaft trotz leichter Einbuße durch die Ukrainekrise auf Expansionskurs. Seit 2005 liegt das jährliche Wirtschaftswachstum mit durchschnittlich 2,4 % erheblich über dem Bundesdurchschnitt. Auch die Wohnungsnachfrage wächst in Berlin seit Jahren. Von 2009 bis 2013 gewann die Hauptstadt mit rund 160.000 Personen ungefähr so viele Einwohner hinzu wie die Nachbarstadt Potsdam aufweist. Das geht aus dem „IBB Wohnungsmarktbericht 2014“ hervor, den die Investitionsbank Berlin (IBB) gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz heute vorgelegt hat.

Auch im Jahr 2013, auf dessen Daten sich der Bericht stützt, waren die Wanderungsgewinne von rund 42.000 Personen ausschlaggebend für das schnelle Wachstum der Bevölkerung. 2014 belief sich der Zuwachs auf 44.700 Personen. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg lagen die jährlichen Zuwächse damit seit 2009 bei rund. 38.000. Da der Wohnungsbau eines zeitlichen Vorlaufs von zwei bis drei Jahren bedarf, kann der Markt erst mit zeitlicher Verzögerung auf die steigende Nachfrage reagieren. Nachdem 2012 erstmals wieder ein Anstieg der Baufertigstellungen beobachtet wurde, nahm der Wohnungsbau 2013 deutlich Fahrt auf.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin: „Insgesamt wurden rund 6.600 Wohnungen neu gebaut, 23 % mehr als im Vorjahr. Noch stärker ist die Zahl der Baugenehmigungen gestiegen. 2013 wurde der Bau von ca. 12.500 Wohnungen genehmigt. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Anstieg damit 26 %.“ Bis einschließlich November 2014 wurden insgesamt rund 17.300 Wohnungen genehmigt, 53 % mehr als noch im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Für 2015 geht die IBB von 25.000 Baugenehmigungen aus. Dieser Trend lässt erwarten, dass das Etappenziel, pro Jahr 10.000 bis 12.000 Wohnungen neu zu errichten, in absehbarer Zeit erreicht werden kann. „Hält die starke Zuwanderung an, müssen jedoch erheblich mehr Wohnungen neu gebaut werden“, so der IBB-Vorstandsvorsitzende. „Zu einer spürbaren Entspannung des Wohnungsmarktes kann es aber erst kommen, wenn die zusätzliche Nachfrage kompensiert werden kann.“

Im Beobachtungszeitraum sind die Immobilienpreise und Mieten in der Stadt weiter gestiegen. In den besonders beliebten Lagen scheint mittlerweile die Grenze der Zahlungsbereitschaft erreicht zu sein, in anderen Stadtgebieten zeigen sich hingegen Nachholprozesse. Insbesondere in Bezirken wie Wedding, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf, in denen bislang kaum Mietsteigerungen durchzusetzen waren, steigen die Angebotsmieten, auch wenn sie im stadtweiten Vergleich immer noch unterdurchschnittlich sind.

Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel: „Berlin wächst und bleibt attraktiv für die Menschen aus aller Welt, darüber freue ich mich. Natürlich müssen wir uns den Herausforderungen stellen, die ein solches Wachstum für die Stadt bedeuten. Wir können den Wohnungsmarkt nur entspannen, wenn wir das Angebot ausweiten, das heißt Neubau von Wohnungen. Im letzten Jahr sind in Berlin knapp 10.000 neue Wohnungen gebaut worden – von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und privaten Bauherren. Diese Mischung der Bauträger ist wichtig, deswegen wollen wir sie auch in Zukunft beibehalten.

Wohnungen neu zu bauen ist das eine, sie zu bezahlbaren Mieten anzubieten das andere. Mit der von uns eingeführten Wohnungsneubauförderung gibt es seit letztem Jahr ein weiteres wichtiges wohnungspolitisches Instrument. Im Jahr 2014 wurden 34 Bauvorhaben mit fast 4.000 Wohnungen in das Wohnungsneubauprogramm aufgenommen, davon sind 1.023 sozial gefördert. Diesen Anteil von zurzeit rund 1.000 sozial geförderten Wohnungen wollen wir auf 2.000 bis 3.000 pro Jahr anheben.“

Mit dem „Bündnis für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten“ hat das Land Berlin mit den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, die den Mieterinnen und Mietern in Berlin zu Gute kommen: So soll der kommunale Wohnungsbestand bis 2016 auf 300.000 Wohnungen steigen. Die allgemeine Mieterhöhung in diesen Wohnungen wird auf max. 15 Prozent in vier Jahren bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt. Die Mieterhöhung nach Modernisierung wird auf max. 9 % der aufgewandten Kosten beschränkt. Für Neuvermietungen innerhalb des S-Bahn-Rings gilt: jede zweite Wohnung soll zur ortsüblichen Vergleichsmiete an WBS-Berechtigte vermietet werden. Darüber hinaus sorgen das Zweckentfremdungsverbotsgesetz und die in Kürze in Kraft tretende Verordnung zum Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen in den Milieuschutzgebieten für weiteren Schutz der Mieterinnen und Mieter in Berlin.

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