25.10.2017 , Berlin

Berliner Wirtschaft: Aufschwung gewinnt an Breite

Die Berliner Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Für das laufende Jahr erwarten die IBB-Volkswirte eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mindestens 2,5%. In ihrer Frühjahrsprognose waren sie für 2017 noch von 2,2% ausgegangen. Der Aufschwung werde sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. So dürfte das BIP im 1. Quartal 2018 sogar um 2,7% weiter zulegen. Im weiteren Jahresverlauf werde die Dynamik aber leicht nachlassen, so dass das Wachstum im Gesamtjahr etwa auf dem Niveau von 2017 liegen wird.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB: „Mittlerweile steht die Berliner Konjunktur auf einer deutlich breiteren Basis als noch vor einem Jahr. Neben den Konsumausgaben tragen nun auch die Investitionen zur Expansion bei. Belegt wird dies unter anderem durch die Firmenkredite der Banken am Standort Berlin, die im ersten Halbjahr 2017 um 4,9% auf 82,1 Mrd. Euro ausgeweitet wurden. Das wird die bereits hohe konjunkturelle Dynamik in den kommenden Monaten zusätzlich stärken.“

Das kräftige Wachstum setzte sich in Berlin auch in den Sommermonaten fort. Unterstützung brachte vor allem die weiter stark ansteigende Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Hier lagen die monatlichen Wachstumsraten bei bis zu 4,6%. Vor diesem Hintergrund gehen die IBB-Volkswirte für 2018 davon aus, dass erneut ein deutlicher Zuwachs der Beschäftigung (auf knapp 1,5 Mio.) zu weiter anziehenden Löhnen und höheren Konsumausgaben der privaten Haushalte in Berlin führen wird. Angesichts der hohen Arbeitsnachfrage am Wirtschaftsstandort Berlin wird auch mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit gerechnet. Schon im 1. Halbjahr 2018 dürfte die Zahl der Arbeitslosen erstmals unter 160.000 fallen.

In den kommenden Monaten wird die Industriekonjunktur – anders als in der ersten Jahreshälfte2017 – wieder eine wichtige Stütze des Wachstums. Dämpfend wirkte im 1. Halbjahr vor allem das niedrige Volumen an Großaufträgen für den Maschinenbau. Nach den enttäuschenden Zahlen in den Sommermonaten haben die Auftragseingänge aber die Talsohle durchschritten und die Berliner Industrie kommt langsam wieder auf Kurs. Impulse bezieht die Industrie zunehmend aus den Exporten, die im nächsten Jahr in beschleunigtem Tempo anziehen und die Ausrüstungsinvestitionen stimulieren werden. Dabei werden die Berliner Exportunternehmen vor allem vom sich fortsetzenden Aufschwung im Euroraum und in den USA profitieren.

Die Genehmigungen im Wohnungsneubau lagen in den ersten acht Monaten bei +18,1%. Dies signalisiert, dass sich die Bautätigkeit in Berlin auch im kommenden Jahr auf hohem Niveau fortsetzen wird. Nach wie vor ist der Berliner Wohnungsmarkt durch einen Nachfrageüberhang gekennzeichnet. Zur Expansion tragen die mittlerweile auch in Berlin besseren Einkommensverhältnisse sowie die nach wie vor niedrigen Finanzierungskosten aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes bei. In der gesamten Baubranche steigen die Preise inzwischen kräftig. Impulse kommen zudem von Kapitalanlegern sowie der anhaltend hohen Zuwanderung. Das Thema „knappes Bauland“ wird weiter an Bedeutung gewinnen und die Ausweitung des Berliner Wohnungsangebots dämpfen.

Die stärksten Wachstumsimpulse für die Berliner Wirtschaft kommen neben der Baubranche aus den unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen, wo im 1. Halbjahr 2017 ein Umsatzzuwachs von 9,7% gemeldet wurde. Treiber ist insbesondere die überdurchschnittlich gut entlohnte Digitalwirtschaft. Hier liegen die Umsatz- und Beschäftigungszuwächse sogar im zweistelligen Bereich.

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