27.12.2017 , Berlin

Berliner Wirtschaft auch 2018 auf Wachstumskurs

  • Berlin wächst weiter stärker als der Bund
  • Investitionen tragen neben Konsum jetzt auch zur Expansion bei
  • Bau- und Digitalwirtschaft finden nur schwer Personal

Die Berliner Konjunktur steht mittlerweile auf einer deutlich breiteren Basis als noch vor einem Jahr. So wird die hohe wirtschaftliche Dynamik nach Einschätzung der Investitionsbank Berlin (IBB) auch 2018 unvermindert anhalten. „Neben den Konsumausgaben tragen nun auch die Investitionen der Berliner Unternehmen zur Expansion bei“, sagt Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB. „Zusammen mit den gut gefüllten Investitionsfonds der öffentlichen Hand sorgt das für den notwendigen konjunkturellen Rückenwind für das kommende Jahr.“ Für 2018 kann in Berlin mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5% gerechnet werden, für den Jahresauftakt sogar mit 2,7% (1. Quartal 2018). Für Deutschland insgesamt heben die IBB-Volkswirte ihre Wachstumsschätzung für 2018 auf 2,2% an.

Beschäftigung steigt in Berlin deutlich

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im September im Vorjahresvergleich zuletzt um 55.400 (+4,0%) auf 1,45 Mio. Mit dieser Steigerung liegt Berlin 1,7 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Der Personalbedarf in den Unternehmen ist nach wie vor hoch. Fachkräfte werden in vielen Branchen gesucht, vor allem aber in dem überdurchschnittlich gut entlohnten Bereich Information und Kommunikation, wo inzwischen 93.100 Personen arbeiten. Mit 8.500 Neueinstellungen (+10,3%) wird inzwischen knapp jeder 7. Berliner Job in dieser zukunftsorientierten Branche geschaffen. Hierzu gehören u.a. das Verlagswesen (+3,7% mehr Beschäftigte), die Filmbranche (+3,7%) sowie der Kernbereich der Digitalwirtschaft (+13,8%). Für 2018 wird erneut mit einem deutlichen Zuwachs der Beschäftigtenzahl auf knapp 1,5 Mio. gerechnet (+4,2%).

Die Zahl der Arbeitslosen wird im 1. Halbjahr 2018 auf 160.000 zurückgehen. Gleichwohl dürfte die Zahl künftig etwas langsamer sinken, weil in Berlin immer weniger qualifizierte Menschen bei der Bundesagentur für Arbeit registriert sind und für eine Erwerbstätigkeit bereit stehen. Bei mehr als 25.000 gemeldeten offenen Stellen kann diese Entwicklung die Wachstumsmöglichkeiten der Berliner Wirtschaft in einigen Teilbereichen begrenzen. Vor allem Unternehmen aus dem Baubereich und der Digitalwirtschaft haben aufgrund der hohen Arbeitsnachfrage derzeit häufig Schwierigkeiten, offene Stellen mit adäquat ausgebildeten Personen zu besetzen.

Industriekonjunktur dreht langsam

Die Industriekonjunktur wird 2018 wieder zu einer wichtigen Stütze des Berliner Wachstums. Dämpfend wirkte 2017 vor allem das niedrige Volumen an Aufträgen aus der Pharmazeutischen Industrie sowie fehlende Großaufträge für den Berliner Maschinenbau. Nach den enttäuschenden Zahlen in den Sommermonaten haben die Auftragseingänge die Talsohle aber durchschritten und die Berliner Industrie kommt langsam wieder auf Kurs. Impulse bezieht die Industrie zunehmend aus den Exporten, die im nächsten Jahr in beschleunigtem Tempo anziehen werden und die Ausrüstungsinvestitionen stimulieren. Dabei werden die Berliner Ausfuhren vor allem vom fortgesetzten Aufschwung im Euroraum und in den USA profitieren.

Wohnungsbau mit hoher Dynamik

Die zuletzt hohen Baugenehmigungen im Wohnungsneubau (+10,2%) signalisieren, dass sich die Bautätigkeit in Berlin auch im kommenden Jahr auf hohem Niveau fortsetzen wird. In den Jahren 2017 und 2018 dürften voraussichtlich rund 16.000 bzw.18.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Nach wie vor ist der Berliner Wohnungsmarkt trotz der deutlichen Ausweitung im letzten Jahr durch einen Nachfrageüberhang gekennzeichnet. Zur Expansion tragen die mittlerweile auch in Berlin besseren Einkommensverhältnisse sowie die nach wie vor niedrigen Finanzierungskosten aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes bei. In der gesamten Baubranche steigen die Preise inzwischen kräftig. Impulse kommen zudem von Kapitalanlegern sowie der anhaltend hohen Zuwanderung. Das Thema „knappes Bauland“ wird auch 2018 eine hohe Bedeutung haben und die Ausweitung des Berliner Wohnungsangebots dämpfen.

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