17.03.2015 , Berlin

Berliner Exporte nahmen 2014 um drei Prozent zu

Die Berliner Exporte sind trotz der geopolitischen Unsicherheiten über das gesamte Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um knapp 3% gestiegen, nach -5,2% in 2013. In der Gesamtschau wuchsen die Exporte um 382 Mio. Euro auf insgesamt 13,3 Mrd. Euro.

Berliner Exporte in die so genannten Ölförderländer (OPEC-Staaten sowie Russland, Norwegen und Kasachstan) gingen allerdings um 164 Mio. Euro (-8,1%) auf 1,9 Mrd. Euro zurück – wie die Volkswirte der IBB in ihrer Exportuntersuchung für das Jahr 2014 herausgestellt haben. Grund für den starken Rückgang der Exporte war u.a. der stark gefallene Ölpreis, der ab der zweiten Jahreshälfte 2014 vor allem die großen Ölexporteure betraf. In die Ölförderländer wurden vor allem Tabakerzeugnisse (457 Mio. Euro; 66% aller deutschen Tabakexporte in die Ölstaaten), Kraftmaschinen (334 Mio. Euro; 39%), Geräte zur Elektrizitätserzeugung (254 Mio. Euro; 7,7%) und Pharmazeutische Erzeugnisse (229 Mio. Euro; 6,4%) geliefert. Von Mitte 2014 bis Ende des Jahres fiel der Ölpreis um knapp 60% auf unter 50 US-Dollar pro Barrel und belastete die besonders preissensitiven Ölförderländer wie Russland, Venezuela und Nigeria. Vor allem die Berliner Exporte nach Russland gingen 2014 mit -31,1% deutlich zurück. Damit steht Russland auf der Berliner-Rangliste der wichtigsten Exportländer nur noch auf Platz 7 (2011 und 2012 noch Platz 2).

Der Export nach Amerika in Höhe von 2,2 Mrd. Euro ging zu 70% in die USA. Die Vereinigten Staaten waren nach wie vor das mit Abstand wichtigste Land für Berliner Produkte. Hier wurden 2014 mit mehr als 1,5 Mrd. Euro die meisten Berliner Waren abgesetzt (+13,5% gegenüber dem Vorjahr). Frankreich, im Jahr 2013 noch zweitwichtigster Handelspartner von Berlin, steht nun auf dem dritten Rankingplatz nach Polen, wohin Waren im Wert von 918 Mio. Euro geliefert wurden (+18,2%). Bei 30% der nach Polen verkauften Waren (266 Mio. Euro) handelt es sich um Mineralölerzeugnisse, darunter vor allem Heiz- und Schmieröle, aber auch Propan und Butan. Das sind bereits 16% der gesamten deutschen Mineralölexporte nach Polen.

Rückgänge um 54% auf 139 Mio. Euro Exportvolumen gab es 2014 bei den Exporten nach Südkorea. Noch im Jahr 2013 wurde hier ein deutlicher Zuwachs verzeichnet. So wurden unter der Rubrik Kraftmaschinen mehrere in Berlin gefertigte große Gasturbinen an Südkorea ausgeliefert. Dieser singuläre Zuwachs der Warengruppe Kraftmaschinen im Jahr 2013 schlägt nun 2014 mit -178 Mio. Euro negativ zu Buche. Auch in die Schweiz (-86,8 Mio. Euro; -17,5%) wurde im abgelaufenen Jahr deutlich weniger verkauft als noch im Jahr 2013. Hier dürfte es in 2015 aufgrund der starken Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro aber wieder eine Trendwende geben.

Traditionell starke Berliner Exportgüter sind neben Pharmazeutischen Erzeugnissen (Exportvolumen 1,3 Mrd. Euro) vor allem die Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (1,2 Mrd. Euro) und die Kraftmaschinen (1,0 Mrd. Euro). Diese drei für Berlin wichtigsten Warenuntergruppen machten 2014 bereits 27% des gesamten Exportgeschäfts aus.

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