17.08.2016 , Berlin

Berlin im deutschen Fintech-Bereich tonangebend

Als Startup-Standort Nummer Eins nimmt Berlin nun auch im Teilbereich Fintech deutschlandweit die führende Rolle ein. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Investitionsbank Berlin „Fintechs in Berlin – Eine Standortbestimmung“. Rund 70 FinTech-Unternehmen sind in Berlin beheimatet, die 2015 über 79 Millionen Dollar Wagniskapital nach Berlin holen konnten. In Frankfurt sitzen etwa nur halb so viele Unternehmen der neuen Bankenwelt.

„Berlin hat sich innerhalb kürzester Zeit zum deutschen Zentrum für junge FinTech-Unternehmen entwickelt,“ fasst die Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung Cornelia Yzer die Ergebnisse der Studie zusammen.

So ist die räumliche Nähe zur Regierung sowie zu Branchenverbänden und Lobbyisten ein wichtiger Standortvorteil, da die regulatorischen Rahmenbedingungen für Fintechs eine besondere Bedeutung haben. „Die frühzeitige Adaption und aktive Gestaltung eines entsprechend positiven regulatorischen Umfelds für die digitale Finanzwirtschaft bietet enormes Potential für den Wirtschaftsstandort. Um aber auch im europäischen Wettbewerb Vorreiter zu sein, müssen komfortable, einfache und transparente Möglichkeiten zur durchgehenden digitalen Identifikation etabliert sowie Medienbrüche vermieden und durch digitale Alternativen ersetzt werden. Hier appeliere ich an den Bund entsprechende Möglichkeiten im Gesetz fest zu verankern“, fordert Senatorin Yzer.

Trotz der bei Gründungsaktivitäten üblichen hohen Dynamik und Volatilität stellen Fintechs für den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Berlin eine nennenswerte Chance dar. Angesichts der einfachen Skalierbarkeit ihrer digitalen Geschäftsmodelle könnten einige dieser Unternehmen schnell zu Marktführern im Finanzbereich heranwachsen und so dauerhaft am Markt bestehen.

„Der Bereich der Fintechs entwickelt sich derzeit mit exponentiellen Wachstumsraten außerordentlich dynamisch, vor allem gemessen an Hand des in Fintechs investierten Wagniskapitals. In den letzten Wochen konnten viele dieser in Berlin ansässigen Unternehmen zweistellige Millionenbeträge von nationalen und internationalen Investoren einsammeln“, sagte Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der IBB, bei der Vorstellung der Studie. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um N26, Anbieter eines mobilen Girokontos (40 Mio. US-Dollar); Finleap, ein auf die Finanzdienstleistungsbranche spezialisierter Company Builder (21 Mio. Euro); Friendsurance, ein Versicherungsmodell, das Schadensfreiheit mit Beitragsrückzahlungen belohnt (15 Mio. US-Dollar); Spotcap, eine Kreditplattform für kleine und mittlere Unternehmen (34,4 Mio. US-Dollar).

Obwohl die Fintech-Szene laut der IBB-Studie im internationalen Vergleich immer noch von Nordamerika, Asien und Großbritannien dominiert wird, sind die Berliner Unternehmen in diesem Bereich auch im internationalen Maßstab inzwischen weithin sichtbar.

„Berlin ist national im Fintech-Bereich mit deutlichem Vorsprung tonangebend“, erklärte Chris Bartz, Venture Partner bei FinLeap und Vertreter des Branchenverbandes Bitkom. „Auch international wird Berlin in jeder relevanten Studie als wesentlicher Standort für Fintech genannt. Dieses Momentum können und sollten wir nutzen. Digitale Geschäftsmodelle müssen im internationalen Wettbewerb bestehen, um nachhaltig erfolgreich zu sein.Gleiches gilt für erfolgreiche Standorte der Digitalwirtschaft. Neugründungen finden dort statt, wo Gründerinnen und Gründer sowie die international besten Talente leben wollen und die besten Rahmenbedingungen vorfinden." Die hohe Attraktivität Berlins für Fintechs dürfte dabei auf ein Set verschiedener, eng miteinander verflochtener und gut ausbalancierter Faktoren zurückzuführen sein, das oft als „Ökosystem“ beschrieben wird.

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