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Berlin Konjunktur


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Zusammenfassung

Mit Trippelschritten aus der Krise

Auch die Berliner Wirtschaft wurde von der Corona-Pandemie zu einer Vollbremsung gezwungen und läuft nur langsam wieder an. Die Krise trifft Berlin mit seiner kleinteiligen Struktur dabei besonders hart. Rund 193.000 Soloselbstständige und 183.000 Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeiter aus den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung, dem Gastgewerbe und den unternehmensnahen Dienstleistungen sorgen für die besondere Berliner Mischung. War der vergleichsweise geringe Industrieanteil Berlins von 7,8% an der Bruttowertschöpfung (Deutschland: 21,6%) in der letzten großen Krise 2008/09 sogar ein gewisser Schutz vor einem zu starken Wachstumseinbruch, so sind in der jetzigen Krise eine Vielzahl der Berliner Dienstleistungsbereiche mit voller Wucht betroffen. So kann 2020 für Berlin aufgrund der Betroffenheit und Dauer der Schließung einzelner Branchen mit einer Rezession von etwa -8% gerechnet werden. Für Deutschland insgesamt könnte die Wirtschaftsleistung um knapp 6% zurückgehen.

Besonders stark betroffen ist das Berliner Gastgewerbe. So sanken die Umsätze im Zeitraum Januar bis Mai bereits um 42,7% im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Auch das Dienstleistungsgewerbe wird von den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronoavirus und den Produktionsrückgängen in der Industrie stark getroffen.

Zwar ist die Berliner Industrie nicht gegen die Auswirkungen der Corona-Krise gefeit. Doch die traditionell starke Pharmaindustrie hilft den Absturz zumindest abzufedern. Die Umsätze der Berliner Industrieunternehmen sind in den ersten fünf Monaten 2020 gegenüber dem entsprechenden Vor-jahrzeitraum lediglich um 2,3% gefallen, in Deutschland waren es dagegen 15,9%. Die Pharmazeutische Industrie, die umsatzstärkste Berliner Industriebranche, konnte ihre Umsätze bis Mai sogar um 160 Mio. EUR (+4,8%) steigern.

Corona stoppt auch das Berliner Jobwunder. So waren im Juli 2020 215.305 Erwerbslose gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,8% (Deutschland: 6,3%) – 0,3 Prozentpunkte mehr als im Vormonat und 2,8 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosigkeit war vor Corona zum letzten Mal im April 2016 zweistellig gewesen. In Berlin meldeten in der Krise bis Juli 38.945 Unternehmen Kurzarbeit für 406.240 Personen an. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Mai im Jahresvergleich jedoch noch einmal um 0,7% gestiegen und zeigt von der Widerstandsfähigkeit einiger Berliner Branchen, insbesondere der dynamischen Digitalwirtschaft.

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 Berlin Konjunktur Juli

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