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Berlin Konjunktur


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 Berliner Konjunktur in unruhigem Fahrwasser

Zusammenfassung

Konjunktur in unruhigem Fahrwasser

Die Berliner Wirtschaft bleibt nicht unberührt vom raueren internationalen Klima. Der Außenhandel, insbesondere mit dem wichtigsten Handelspartner USA, ging zurück. Dagegen zeigen sich die binnenwirtschaftlichen Kräfte weiterhin robust. So stiegen der Konsum der Berliner Haushalte, der Touristenandrang sowie die Investitionen der öffentlichen Hand und der privaten Unternehmen. Die Industrie spielt eine zunehmend wichtigere Rolle als Wachstumsstütze. Der Höhepunkt des Konjunkturzyklus ist aber erreicht und die Berliner Wirtschaft dürfte im nächsten Jahr einen Gang herunterschalten.

Zuletzt kamen zunehmend bremsende Effekte zum Zuge. Vor allem die Fachkräfteknappheit belastet die Berliner Wirtschaft nach einer langen Expansionsphase zunehmend, insbesondere im unternehmensnahen Dienstleistungsbereich. Kapazitätsengpässe machen zudem der Bauwirtschaft zu schaffen, das zeigen die rekordhohen Auftragsbestände und Rückgänge bei Umsatz und Bauaufträgen. Dennoch dürfte das Berliner Wachstum auch 2019 überdurchschnittlich hoch ausfallen und mit knapp 2% weiter deutlich über dem deutschen Anstieg liegen, der bei nur noch 0,8% gesehen wird.

Beschäftigung steigt deutlich über Bundesdurchschnitt
Der Konsum der Berliner Haushalte wird durch den historisch guten Arbeitsmarkt gestützt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist bis April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal deutlich um 49.803 auf 1,52 Mio. gestiegen. Mit einer Wachstumsrate von 3,4% liegt Berlin an der Spitze aller Bundesländer, 1,6 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Schnitt. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um mehr als 162.000 erhöht. Auch wenn sich der Berliner Arbeitsmarkt äußerst dynamisch entwickelt, waren im Juni 2019 noch 152.600 Erwerbslose gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,8% (Deutschland: 4,9%).

Robustes Wachstum bei unternehmensnahen Dienstleistungen
Vor allem die unternehmensnahen Dienstleister haben bisher überdurchschnittlich zum Beschäftigungswachstum beigetragen. Im ersten Quartal 2019 wuchs die Beschäftigung um 4,1%, leicht über dem bundesdeutschen Niveau. Der Teilbereich Luftfahrt erholt sich langsam von der Insolvenz des ehemals größten Berliner Luftfahrtunternehmens und zählte im ersten Quartal 9,4% mehr Beschäftigte als im Vorjahr. Im boomenden Bereich Informationstechnologie wurde die Beschäftigung um 14,2% weiter kräftig ausgeweitet. Die Umsätze der Berliner Dienstleistungsunternehmen haben mit 4,2% ein robustes Umsatzwachstum erreicht, das deutlich den vergleichbaren Zeitabschnitt im Vorjahr übertrifft (+2,6%). Mit knapp 30% der Berliner Umsätze bestimmt dieser Wirtschaftsbereich den Berliner Konjunkturverlauf weiterhin stark.

Industrie startet positiv ins neue Jahr
Die Auftragseingänge der Berliner Industrie stiegen bis April um 3,6% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Anstieg resultiert allein aus der Inlandsnachfrage (+9,5%), die Auslandsbestellungen stagnierten (+0,1%). Die Berliner Industrie dürfte 2019 wieder positiv zum Wirtschaftswachstum beitragen. So sind die Umsätze der Berliner Industrieunternehmen von Januar bis April gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,6% auf 8,0 Mrd. EUR gestiegen.

Bauwirtschaft spürt Kapazitätsengpässe
Nach einem boomenden Jahr 2018 stößt die Bauwirtschaft zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Von Januar bis April sanken die Umsätze im Bauhauptgewerbe deutlich um 5,3% auf 1,2 Mrd. EUR. Die Bauaufträge sanken ebenfalls um 26,1%. Die Bauaktivität wird vor allem durch den Fachkräftemangel in vielen Bau und Handwerksberufen, fehlende Kapazitäten, aber auch immer komplexere Bauvorschriften, schwieriger zu erschließende Grundstücksflächen, und steigende Baukosten gebremst. Nötig wären pro Jahr mindestens 20.000 neue Wohnungen. Allerdings wurden in 2018 nur 16.706 neue Wohnungen fertiggestellt. Für das Jahr 2019 kann mit rund 17.000 fertiggestellten Wohnungen gerechnet werden.

 Berliner Konjunktur in unruhigem Fahrwasser