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Berlin Konjunktur


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 Berlin Konjunktur - Oktober 2017

Zusammenfassung

Konjunktur gewinnt an Schwung und Breite

Die Volkswirte der IBB sehen die Berliner Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs. So wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr voraussichtlich um mindestens 2,5% steigen. In ihrer Frühjahrsprognose waren die IBB-Volkswirte für 2017 noch von einem Wachstum von 2,2% ausgegangen. Die Berliner Konjunktur steht mittlerweile auf deutlich breiterer Basis als noch vor einem Jahr. Neben den Konsumausgaben tragen nun auch die Investitionen zur Expansion bei, das belegen u.a. die Firmenkredite der Banken am Standort Berlin, die im ersten Halbjahr 2017 um 4,9% auf 82,1 Mrd. EUR ausgeweitet wurden. Das wird die bereits hohe konjunkturelle Dynamik in den kommenden Monaten zusätzlich stärken. Für das erste Quartal 2018 rechnen die IBB-Volkswirte sogar mit einem Wachstum von 2,7%.

Das kräftige Wachstum setzte sich in Berlin auch in den Sommermonaten fort, unterstützt vor allem von der weiter stark expandierenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, mit monatlichen Wachstumsraten bis zu 4,6%. Daher gehen die IBB-Analysten für 2018 davon aus, dass erneut ein deutlicher Zuwachs der Beschäftigung (auf knapp 1,5 Mio.) zu weiter anziehenden Löhnen und höheren Konsumausgaben der privaten Haushalte in Berlin führen wird. Angesichts der hohen Arbeitsnachfrage am Wirtschaftsstandort Berlin wird auch mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit gerechnet. Schon im 1. Halbjahr 2018 dürfte die Zahl der Arbeitslosen erstmals unter 160.000 fallen.

Die Industriekonjunktur wird – anders als in der ersten Jahreshälfte – wieder eine wichtige Stütze des Wachstums. Dämpfend wirkte im 1. Halbjahr 2017 vor allem das niedrige Volumen an Großaufträgen für den Maschinenbau. Nach den enttäuschenden Zahlen in den Sommermonaten haben die Auftragseingänge aber die Talsohle durchschritten und die Berliner Industrie kommt langsam wieder auf Kurs. Impulse bezieht die Industrie zunehmend aus den Exporten, die im nächsten Jahr in beschleunigtem Tempo anziehen werden und die Ausrüstungsinvestitionen stimulieren. Dabei werden die Berliner Exportunternehmen vor allem vom sich fortsetzenden Aufschwung im Euroraum und in den USA profitieren.

Die Genehmigungen im Wohnungsneubau (+18,1% in den ersten acht Monaten 2018) signalisieren, dass sich die Bautätigkeit in Berlin auch im kommenden Jahr auf hohem Niveau fortsetzen wird. Nach wie vor ist der Berliner Wohnungsmarkt trotz der deutlichen Ausweitung im letzten Jahr durch einen Nachfrageüberhang gekennzeichnet. Zur Expansion tragen die mittlerweile auch in Berlin besseren Einkommensverhältnisse sowie die nach wie vor niedrigen Finanzierungskosten aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes bei. In der gesamten Baubranche steigen die Preise inzwischen kräftig. Impulse kommen zudem von Kapitalanlegern sowie der anhaltend hohen Zuwanderung. Das Thema „knappes Bauland“ wird weiter an Bedeutung gewinnen und die Ausweitung des Berliner Wohnungsangebots dämpfen.

Die stärksten Wachstumsimpulse für die Berliner Wirtschaft kommen neben der Baubranche aber aus den unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen, wo im 1. Halbjahr 2017 ein Umsatzzuwachs von 9,7% gemeldet wurde. Treiber ist insbesondere die überdurchschnittlich gut entlohnte Digitalwirtschaft. Hier liegen die Umsatz- und Beschäftigungszuwächse sogar im zweistelligen Bereich. Alles in allem wird die Berliner Wirtschaft ihren kräftigen Expansionskurs auch im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen und mit 2,6% sogar noch etwas mehr Schwung gewinnen als in den ersten sechs Monaten (+2,4%). Für 2017 insgesamt ergibt sich somit ein Wachstum von 2,5%. Im nächsten Jahr dürfte die Konjunktur in Berlin nach einem starken Jahresauftakt allerdings etwas an Schwung verlieren und sich insgesamt etwa auf dem Niveau von 2017 bewegen.