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Berlin Konjunktur


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 Berlin Konjunktur - April 2018

Zusammenfassung

Berliner Wirtschaft in Hochkonjunktur


Die Berliner Wirtschaft weist seit drei Jahren ein Wirtschaftswachstum von über 3% auf. Weit oberhalb des langjährigen durchschnittlichen Wachstums befindet sich die Berliner Wirtschaft damit in einer Hochkonjunkturphase. Aufgrund von Revisionen des Statistikamtes wurde zudem das Wachstum, gemessen als Bruttoinlandsprodukt (BIP), der vorangegangenen vier Jahren nach oben angepasst. In 2017 lag das Berliner BIP mit 3,1% sogar knapp ein Prozentpunkt oberhalb des Bundesdurchschnitts.

Im laufenden Jahr wird auch die Berliner Industrie wieder zum Wirtschaftswachstum beitragen, die sich seit einigen Monaten füllenden Auftragsbücher und die Neueinstellungen sprechen dafür. Daneben werden auch die aktuellen Wachstumstreiber, der Konsum, die steigenden staatlichen und privaten Investitionen, die Dienstleistungsbereiche und insbesondere die Digitalwirtschaft weiterhin zum Berliner Wachstum beitragen. Für 2018 kann mit einem BIP-Wachstum von knapp 3% gerechnet werden (Deutschland: 2,4%).

Allerdings dürfte der Höhepunkt des lang anhaltenden Wachstumszyklus in Berlin bald erreicht sein. Bereits 2019 muss mit einer leichten Abschwächung gerechnet werden. Das lang anhaltende Wachstum weit oberhalb des Potentialwachstums führt zu einer Überauslastung der Berliner Wirtschaft und nach und nach werden bremsende Effekte zum Zuge kommen. So ist in den nächsten zwei Jahren damit zu rechnen, dass Kapazitätsengpässe in den Unternehmen sowie Fachkräfteknappheit die Konjunktur verlangsamen. Dennoch wird Berlin auch im kommenden Jahr über dem Bundesschnitt wachsen, der mit 1,8% aber ebenfalls ein wenig schwächer ausfallen wird.

Beschäftigung steigt deutlich

Der Arbeitsmarkt in Berlin profitiert von dem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um insgesamt 170.000 erhöht. Auch zum Jahresanfang 2018 ist deren Zahl im Vorjahresvergleich noch einmal deutlich um knapp 60.000 auf 1,45 Mio. gestiegen. Mit einer Wachstumsrate von 4,3% liegt Berlin an der Spitze aller Bundesländer, knapp 2 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Schnitt. Der Personalbedarf in den Berliner Unternehmen ist nach wie vor sehr hoch. Fachkräfte werden in vielen Branchen gesucht, vor allem aber in dem überdurchschnittlich gut entlohnten Bereich Information und Kommunikation. Für 2018 kann mit einem Zuwachs von rund 55.000 auf dann gut 1,5 Mio. Arbeitsplätze gerechnet werden.

Industriekonjunktur dreht langsam

Positiv entwickelt haben sich zum Jahresanfang 2018 auch die Auftragseingänge der Berliner Industrie. So stiegen mit 5,3% vor allem die Inlandsbestellungen, aber auch die Auslandsbestellungen haben zugelegt (+2,7%). Nachdem die Berliner Industrie das BIP 2017 mit einem Rückgang um 400 Mio. EUR belastet hatte, dürfte sie 2018 wieder positiv zum Wirtschaftswachstum Berlins beitragen. Zumal der Aufschwung der Weltwirtschaft sich zuletzt merklich verstärkt hat. Insbesondere die USA – mit rund 10% Exportanteil größter Berliner Handelspartner – konnten die hohe Gangart halten. Bemerkenswert stabil blieb auch das im internationalen Vergleich hohe Wachstum in China. So hat sich insgesamt ein weltweiter, synchroner Aufschwung etabliert, der sowohl die entwickelten Länder als auch die Schwellenländer umfasst. Ein Risiko für den Welthandel stellt allerdings der von den USA ausgehende Handelskonflikt mit China dar.

Wohnungsbau und Dienstleistungen mit hoher Dynamik

In der Berliner Bauwirtschaft dürften Produktionsausweitungen vom Fachkräftemangel begrenzt werden. Daher könnten sich die derzeit starken Impulse der Bauaktivität für die gesamtwirtschaftliche Expansion in der Hauptstadt in den kommenden Monaten etwas abschwächen. Dennoch kann für das laufende und das kommende Jahr mit insgesamt rund 35.000 neu gebauten Wohnungen gerechnet werden. Die stärksten Wachstumsimpulse für die Berliner Wirtschaft kommen in 2018 weiterhin aus den Dienstleistungsbereichen, wo zuletzt ein BIP-Wachstum von knapp 4% gemeldet wurde. Treiber ist vor allem die überdurchschnittlich gut entlohnte Digitalwirtschaft, wo das BIP-Wachstum fast 10% betrug.