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20.03.2018

Berlin aktuell


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 Berlin aktuell (März 2018)

Zusammenfassung

Berliner Exporteure starten stark ins Jahr 2018

Mit Warenexporten in Höhe von 15,4 Mrd. EUR (+1,3%) haben die Berliner Exporteure 2017 ein respektables Ergebnis erreicht. Vor allem das niedrige Volumen an Aufträgen für die pharmazeutische Industrie sowie fehlende Großaufträge für den Berliner Maschinenbau wirkten im Vergleich zum Vorjahr (+7,6%) dämpfend. Im laufenden Jahr dürfte die Berliner Exportwirtschaft vom weltweiten Aufschwung und der damit einhergehenden steigenden Nachfrage nach Investitionsgütern profitieren. In 2018 dürfte sich die Berliner Industrie wieder zu einer wichtigen Stütze des Wachstums entwickeln. Die Berliner Industrieunternehmen haben die Talsohle durchschritten und die Auftragseingänge kommen langsam wieder auf Kurs. Zu dieser positiven Entwicklung tragen auch die vielen exportstarken Berliner Unternehmen bei.

USA weiterhin wichtigster Exportpartner

Trotz eines Rückganges um 8,8% blieben die USA auch 2017 mit einem Exportanteil von 11,3% bzw. einem Ausfuhrvolumen in Höhe von 1,7 Mrd. EUR das mit Abstand wichtigste Abnehmerland für Berliner Produkte – eine Spitzenplatzierung, die die USA seit der Übernahme von Frankreich vor nunmehr 18 Jahren ununterbrochen inne haben. Für Deutschland insgesamt vollzog sich dieser Wechsel hingegen erst im Jahr 2015.

China holt rasch auf

China setzt seinen steilen Aufstieg als Käufer Berliner Waren weiter fort (+58,5 Mio. EUR auf 976 Mio. EUR) und rückt auf den zweiten Platz vor. Das Land benötigt weiterhin einen breiten Mix an hochwertigen Waren aus Deutschland. Dazu gehören unter anderem die in Berlin produzierten pharmazeutischen Erzeugnisse und medizintechnischen Geräte. Gleichzeitig setzt China im Energiebereich immer stärker auf eine Senkung der Abhängigkeit vom Ausland.

Franzosen trinken mehr Berliner Säfte

Eine tiefergehende Analyse der Berliner Exportzahlen nach Ländern und Waren bringt zudem Überraschendes ans Licht: So trinken Franzosen deutlich mehr Berliner Säfte. Frankreich, historisch gesehen eines der wichtigsten Exportländer Berlins, konnte sich im Vorjahresvergleich um einen Platz auf den dritten Rang verbessern (+97,2 Mio. EUR auf 843 Mio. EUR). Knapp ein Drittel dieser Exportsteigerungen betrafen Obst- und Gemüsesäfte (+31 Mio. EUR). Die deutsche Hauptstadt ist europäischer Trendsetter für verschiedene alternative Ernährungsformen und gesunde, frisch gepresste Säfte und Smoothies. In Berlin haben in den vergangenen Jahren eine Reihe junger Unternehmen die Saftproduktion aufgenommen. Sie profitieren von der zunehmenden Nachfrage in Frankreich nach gesunden Bioprodukten.

Schweizer beflügeln den Berliner Onlinehandel

Stark zugelegt haben zudem die Exporte in die Schweiz (+42% auf 834 Mio. EUR), die von Platz 9 im Vorjahr erstmals zum viertwichtigsten Berliner Exportland aufgerückt ist. Diese Entwicklung ist getrieben von einem hohen Zuwachs in der Warengruppen Schuhe und Bekleidung (+422 Mio. EUR). Dank des starken Schweizer Franken hat nicht nur der grenzüberschreitende Einkauf in den benachbarten Euroländern, sondern auch der Onlinekonsum bei ausländischen Anbietern stark zugenommen. Davon profitierten haben auch Berliner Onlinehandelsunternehmen, die seit einigen Jahren in der Schweiz tätig sind.

Die Berliner Ausfuhren werden 2018 vor allem vom fortgesetzten Aufschwung im Euroraum, dem Wachstum der Weltkonjunktur von voraussichtlich rund 3,8% und von den vorerst steigenden Infrastrukturinvestitionen in den USA profitieren. Mit dem Anziehen des Ölpreises auf inzwischen deutlich über 60 USD sind auch viele Schwellenländer und Ölstaaten wieder in der Lage Berliner Produkte zu kaufen. Auch wenn die Ankündigungen des wichtigsten deutschen Exportpartners USA über hohe Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren dunkle Wolken am Konjunkturhorizont aufziehen lassen, so sind die positiven Aussichten für die Berliner Industrie zumindest mittelfristig weiterhin stabil. Alles in allem erwarten die Volkswirte der IBB 2018 eine Steigerung des Berliner Exportwachstums um rund 4%.