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09.08.2018

Berlin aktuell


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 Berlin aktuell (August 2018)

Spitzen- und Breitensport stärken die Berliner Wirtschaft

Noch bis zum 12. August bleibt die Stadt das internationale Mekka für Athletinnen und Athleten aus mehr als 50 Nationen. Doch auch abseits solch großer Events hat der Sport eine wesentliche Bedeutung für Berlin. Längst haben viele Berlinerinnen und Berliner den Sport neben Familie und Arbeit in ihr tägliches Leben integriert. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 570.000 Menschen in Berlin in 2.027 Sportvereinen und Betriebssportgemeinschaften organisiert. Von 1.000 Einwohnern sind heute 155 als Mitglieder in einem Sportverein registriert, vor 20 Jahren waren es lediglich 125. Insgesamt 13.076 Menschen sind in der Berliner Sportwirtschaft tätig, davon 9.950 in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Das sind mehr als in anderen deutschen Großstädten. Es folgen Hamburg (10.631 Beschäftigte), München (8.035), Köln (5.080) und Frankfurt a. M. (4.323).

Jeder 10. neue Arbeitsplatz in der deutschen Sportwirtschaft entsteht in Berlin

In Berlin entfällt 0,9% der gesamten Beschäftigung auf Jobs im Sportbereich. Dieser hohe regionale Beschäftigungsanteil wird nur von Hamburg übertroffen (1,1%). Absolut ist die Zahl der Beschäftigten in der Berliner Sportwirtschaft 2016 gegenüber dem Vorjahr um 1.128 (+9,4%) gestiegen, im Vergleich mit den anderen großen deutschen Städten der höchste Anstieg. Im deutschen Durchschnitt erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im Sportbereich um 12.515 (+4,2%) auf insgesamt 308.205 Personen. Somit ist 2016 gut jeder 10. neue Arbeitsplatz in der deutschen Sportwirtschaft in Berlin entstanden.

Sportunternehmen erwirtschaften deutlich höhere Umsätze als die Finanzwirtschaft

In der Berliner Sportwirtschaft sind insgesamt 2.207 steuerpflichtige Unternehmen tätig (+4,4% gegenüber dem Vorjahr). Mit einem Umsatz von knapp einer Mrd. EUR erwirtschaften die Berliner Sportunternehmen einen deutlich höheren Umsatz als die gesamte Berliner Finanzwirtschaft (650 Mio. EUR). 2017 betrug der Umsatzanstieg in der Berliner Sportwirtschaft gegenüber dem Vorjahr 4,9% bzw. plus 44 Mio. EUR.

Berliner Sportumsätze im Städtevergleich besonders stark gestiegen

Im Vergleich mit den Umsätzen in den anderen großen deutschen Städten sind die Berliner Sportumsätze seit 2011 besonders stark gestiegen (+30,6%), gefolgt von Köln (+29,3%). In Hamburg (+20,6%) und München (+18,6%) legten die Sportumsätze in den letzten fünf Jahren hingegen weniger deutlich zu. Im bundesdeutschen Durchschnitt stiegen die Umsätze im entsprechenden Zeitraum um 29,2% an.

Ausgaben für Sportevents bewirken Steigerung der Berliner Wirtschaftsleistung um mehr als eine halbe Mrd. EUR

Sportgroßereignisse wie die Leichtathletik-Europameisterschaft, der Berlin-Marathon, das Deutsche Internationale Turnfest oder die Fußball-Bundesligaspiele stärken auch die Berliner Wirtschaft nachhaltig. Die Ausgaben der Besucher von Sportevents in Berlin für Eintrittskarten, Verpflegung, Souvenirs und gegebenenfalls Übernachtung in Höhe von 150 Mio. EUR im Jahr 2017 sowie die staatliche Sportförderung und die Investitionen in Sportstätten in Höhe von 203 Mio. EUR tragen ebenfalls positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung Berlins bei. Über die Jahre 2017 bis 2019 gerechnet können allein diese Ausgaben für den Sport aufgrund von Multiplikatoreffekten eine Steigerung des Bruttoinlandprodukts von mehr als einer halben Mrd. EUR bewirken (540 Mio. EUR). Davon wurden 430 Mio. EUR bereits 2017 wirksam. Auch werden durch die Ausgaben im Sportbereich in drei Jahren knapp 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen bzw. bestehende Arbeitsplätze gesichert.

Von den zahlreichen Sportereignissen in Berlin profitieren die unterschiedlichsten Branchen, z. B. das Hotel- und Gaststättengewerbe, der Einzelhandel, die privaten Sicherheitsdienste, öffentliche und private Kultureinrichtungen, die Eventdienstleistungen, die Werbeagenturen, die IT-Branche, der Personenverkehr sowie das Handwerk. Die öffentlichen Berliner Kassen werden zudem mit 80 Mio. EUR gefüllt, gut die Hälfte dieses Betrags ist bereits 2017 geflossen.

Berliner Sportevents sorgen für nachhaltige Imageeffekte

Am wichtigsten ist aber ein Effekt, den man nicht in Zahlen messen kann – der Imagegewinn. Bei sportlichen Großereignissen präsentiert sich Berlin regelmäßig als lockerer und guter Gastgeber. Gleichzeitig stellt Berlin sich als attraktiver Lebens- und Arbeitsraum vor. Darüber hinaus wird ein positiver Image-Effekt dazu führen, dass sowohl die Kurzbesucher von Sportevents als auch die Fernsehzuschauer einen längeren Aufenthalt in Berlin in Erwägung ziehen. Der Imagegewinn aufgrund von erfolgreich durchgeführten Sportgroßereignissen wird noch lange nachwirken und den Bekanntheitsgrad der Hauptstadt und die Präsentation ihrer Stärken steigern und somit zu einem verbesserten Konsum- und Investitionsklima in Berlin beitragen. Das dürfte langfristig zu neuen Investitionen auch durch auswärtige Unternehmen in den Berliner Sportbereich führen.