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Berlin aktuell


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 Berlin aktuell (März 2019

Zusammenfassung

Berliner Exporteure stemmen sich gegen trübe Konjunkturstimmung

In einem Umfeld schwächerer konjunktureller Auftriebskräfte in vielen Weltregionen, Handelsstreitigkeiten sowie politischen Risiken, wie dem immer noch ungewisse Ausgang des Brexit, sind die Aussichten für den Berliner Außenhandel nur verhalten optimistisch. Bereits 2018 war für die Berliner Exporte ein herausforderndes Jahr. Die hauptstädtischen Ausfuhren sind nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes insgesamt um 339 Mio. Euro auf 14,4 Mrd. Euro zurückgegangen. Dies ist mit 2,7% der zweite Rückgang in Folge nach -2,2% im Jahr 2017.

Verantwortlich für die aktuelle Exportschwäche ist nach Auskunft der IBB-Volkswirte vor allem der stark rückläufige Absatz von Berliner Tabakprodukten um 317 Mio. (-36,4%) auf nur noch 556 Mio. Euro. In diesem Bereich wurden Exportströme, die in den vergangenen Jahren vom Berliner Standort nach Asien und in den Nahen und Mittleren Osten versendet wurden, auf andere europäischen Standorten umgeleitet. Starke Rückgänge in Höhe von 263 Mio. Euro (-26,8%) gab es zudem bei den sogenannten Kraftmaschinen, zu denen neben Antriebsmotoren für Schienenfahrzeuge auch Gasturbinen gehören. Der Verkauf dieser großen und teuren Berliner Investitionsgüter ist traditionell volatil und wird stark von externen Faktoren, wie Konjunktur und Ölpreis bestimmt. Das wichtigste Berliner Exportprodukt, Pharmazeutische Erzeugnisse, war dagegen zunehmend gefragt (+7,6% auf 1,8 Mrd. Euro).

USA mit Abstand wichtigster Partner

Die Vereinigten Staaten, wichtigster Berliner Exportmarkt, bleiben mit einem Ausfuhrvolumen in Höhe von 1,8 Mrd. Euro bzw. einem Anteil von 12,6% auch in Zukunft eine entscheidende Stütze der Berliner Ausfuhren. Dank ruhigerer Töne im Handelskonflikt mit China und konstant hohem Investitionsbedarf dürfte die amerikanische Nachfrage nach Berliner Waren weiterhin stark bleiben. In den USA besonders nachgefragt werden in Berlin produzierte pharmazeutische Erzeugnisse (405 Mio. Euro) sowie Fahrgestelle und Motoren (276 Mio. EUR).

Chinesen kaufen hochwertige Waren „made in Berlin“

Trotz eines leichten Rückgangs im Handelsvolumen um 43 Mio. Euro auf 924 Mio. Euro verbleibt China zweitwichtigster Käufer Berliner Waren. Das Land benötigt einen breiten Mix an hochwertigen Waren aus Deutschland. Die wichtigste Absatzgruppe sind Fahrgestelle und Motoren, deren Absatz im letzten Jahr bei 166 Mio. Euro fast konstant blieb. Auch pharmazeutische Erzeugnisse (86 Mio. Euro) und medizintechnische Geräte aus Berlin (71 Mio. Euro) werden in China weiterhin nachgefragt.

Franzosen fahren auf Berliner Motorräder ab

Frankreich konnte mit einem fast konstanten Warenabsatz in Höhe von 847 Mio. Euro seinen dritten Rang verteidigen. Besonders beliebt im Nachbarland sind Motorräder. Berlin ist europaweit der größte Fertigungsstandort von Motorrädern und mit einem Anteil von 22% an den deutschen Motorrad-Exporten nach Frankreich der wichtigste Lieferant für diese Fahrzeuge. Die deutsche Hauptstadt ist auch europäische Trendsetterin für gesunde Säfte und Superfruit-Smoothies sowie frische Limonaden. Viele junge Berliner Unternehmen experimentieren mit gesunden Bioprodukten und neuen Getränketrends, die reißenden Absatz bei französischen Feinschmeckern finden. So beträgt der Berliner Saftexport nach Frankreich mit 48 Mio. Euro inzwischen 26% der gesamten deutschen Saftausfuhren dorthin.

Italiener kaufen Berliner Schuhe

Italien bleibt mit einem Exportvolumen von 790 Mio. Euro auf dem vierten Rang in der Liste der wichtigsten Berliner Exportländer. Der Zuwachs von 42 Mio. Euro (+5,7%) beruht auf einem starken Anstieg beim wichtigsten Exportgut Tabakprodukte (+80 Mio. Euro) und bei Großaufträgen von Kraftmaschinen (+20 Mio. Euro). Zugelegt haben zudem die Exporte von Schuhen aus Berlin (+12 Mio. Euro). Da auch in Italien der Onlinekauf von Bekleidung immer beliebter wird, profitierten Berliner Online-Handels¬unternehmen, die seit einigen Jahren in Italien tätig sind und dort bereits eigene Logistikzentrale betreiben.

Großbritannien ist sechstwichtigster Berliner Exportmarkt

Welche Auswirkungen der angekündigte Brexit auf die stark verflochtenen Handels- und Finanzbeziehungen mit dem sechstwichtigsten Berliner Exportmarkt (Anteil von knapp 5 %) haben wird, hängt von der genauen Ausgestaltung der Trennung ab. Im Jahr 2018 exportierten Berliner Unternehmen eine vielfältige Auswahl von Waren im Wert von 706 Mio. EUR nach Großbritannien, 59 Mio. EUR mehr als noch im Jahr zuvor (+9,1%). Die wichtigsten Warengruppen waren Tabakerzeugnisse (81 Mio. EUR), Motorräder (79 Mio. EUR) und Gasturbinen (53 Mio. EUR). Die Briten kaufen auch Berliner Lebensmittel wie Säfte, Backwaren, Kakao und Kakaoerzeugnisse.

Die Brandenburger Exporte heben ab

Brandenburg exportierte 2018 Waren im Wert von 13,0 Mrd. Euro und lag mit einer Steigerung um 3,0% im Vorjahresvergleich genau auf dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die wichtigsten Brandenburger Exportgüter sind Luftfahrzeuge (1,5 Mrd. Euro), Eisen- oder Stahlbleche (976 Mio. Euro), Lastkraftfahrzeuge und Spezialfahrzeuge (886 Mio. Euro) sowie Pharmazeutische Erzeugnisse (873 Mio. Euro). Die Brandenburger Exportindustrie ergänzt damit hervorragend ihr Berliner Pendant, zumal es in den beiden Produktportfolien nur wenig Überschneidungen gibt. Die deutsche Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg kommt auf ein gemeinsames Exportvolumen von 27,5 Mrd. Euro. Sie zählt mit Exporten in Höhe von 2,7 Mrd. Euro zu einem der führenden deutschen Pharmastandorte sowie zu den Top-3-Standorten in der deutschen Luft- und Raumfahrttechnik - besonders im Triebwerksbau ist die Metropolregion deutschlandweit ganz vorne mit dabei.

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